BSA-Preis

Mit dem BSA-Preis würdigt der Bund Schweizer Architekten jedes Jahr Persönlichkeiten, die sich mit der Gestaltung unserer Umwelt kritisch auseinandersetzen. Der Preis wird nicht an Architektinnen und Architekten vergeben, sondern an Personen aus «benachbarten» und «befreundeten» Disziplinen wie Publizistik, Kunst und Kultur. Die Auswahl trifft der Zentralvorstand auf Antrag der Ortsgruppe, die im laufenden Kalenderjahr die Generalversammlung organisiert. Die Würdigung erfolgt im Rahmen der Generalversammlung.

2019: Komitee «Westast – so nicht!»

Medienmitteilung

Der BSA-Preis des Jahres 2019 geht an das Komitee «Westast – so nicht». Damit würdigte an seiner 112. Generalversammlung in Biel der Bund Schweizer Architekten das städtebauliche Engagement einer Gruppe von Architekten, Ingenieuren und Planern, die in exemplarischer, schweizerischer Milizarbeit ein Gegenprojekt zum offiziellen erarbeiteten. Es geht um den Westast der Autobahn A5 in Biel, eine der letzten Lücken im Autobahnnetz. Die stadtfeindliche offizielle Planung beantworteten sie mit einem stadtschonenden Gegenprojekt. Dagegensein ist ehrenvoll, aber das genügt nicht. Erst die besseren Ideen bringen die Dinge in Bewegung. Mit ihrem am Städtebau orientierten Vorschlag haben die Freiwilligen von Westast so nicht erreicht, dass das schon beschlossene Projekt einer Autobahn mit zwei Anschlüssen quer durch die Stadt, sistiert und nun an einem runden Tisch nochmals zur Diskussion gestellt wird. Die Auszeichnung des Komitees Westast so nicht bekräftigt, dass die Architekten nicht nur Fachleute fürs Bauen sind, sondern auch mitbewegte Staatsbürger, die ihre fachliche Kompetenz in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Der diesjährige BSA-Preis unterstreicht auch die Notwendigkeit, die Autobahnplanung nicht als reine Verkehrsplanung zu betrachten. Das Beispiel in Biel beweist, dass es immer auch und vor allem um Städtebau geht. Der BSA zeichnet eine Oppositionsgruppe aus, die in seinem Sinn gehandelt hat. Es ist ein Preis für den angewandten sens civique.

2018: Mario Pagliarani

Medienmitteilung (IT)

Il premio FAS quest’anno è assegnato al compositore ticinese Mario Pagliarani. La scelta vuole essere un tributo ad una personalità che, attraverso la musica come arte del tempo, va alla ricerca di nuove sintesi tra suoni e spazio, immagini, parole e luci per riscoprire in maniera inconsueta e altra il territorio in cui viviamo.
Nato a Mendrisio nel 1963, Mario Pagliarani studia composizione violoncello e musica elettronica al Conservatorio di Milano. Ha ricevuto commissioni da vari enti tra cui Pro Helvetia, Radio svizzera, Internationale Musikfestwochen di Lucerna, Orchestre de la Suisse romande, Europäischen Musikmonat (Basel), Les Amplitudes (La Chaux-de-Fonds); le sue composizioni sono eseguite in Svizzera e all’estero. Nel 2000 fonda il Teatro del tempo con cui realizza vari progetti musicali e dal 2003 pensa e realizza La Via Lattea, Pellegrinaggio fra le arti.
L’opera di Mario Pagliarani è un invito a scoprire luoghi inusuali e a guardare con occhi nuovi luoghi consueti. Il suo progetto musicale permette di rileggere e interpretare la geografia del nostro territorio, attraverso un “altro” sguardo, poetico e letterario.  
Questa mediazione culturale mostra grande sensibilità e amore per la propria terra, per i suoi piccoli e grandi monumenti: dalle chiese alle dighe, dai bunker ai ponti, dalle piazze ai prati, dai marciapiedi ai corsi d’acqua. Testimoni e protagonisti di un patrimonio passato, presente e futuro.

Bild: Katalin Deér

Der diesjährige BSA-Preis geht an den Ostschweizer Kurator Ulrich Vogt. Der Bund Schweizer Architekten zeichnet damit die vielschichtige und inspirierte Arbeit eines engagierten Architekturvermittlers aus.
An seiner Wirkungsstätte, dem Zeughaus Teufen (AR), gelingt es Ulrich Vogt immer wieder, baukulturelle Aspekte auf überraschende und unvoreingenommene Weise in eine Beziehung zu künstlerischen und gesellschaftlichen Themen zu setzen. Damit hat er das Zeughaus Teufen als einen besonderen Ort der Baukultur neu positioniert. Dank seiner kuratorischen Kompetenz ist das Zeughaus Teufen heute ein exemplarisches Beispiel für ein kleineres Zentrum für Baukultur, das sich erfolgreich in seinem ländlichen Kontext behauptet und dabei kontinuierlich an überregionaler Ausstrahlung gewinnt.
Der 51jährige Ulrich Vogt, in Güttingen (TG) geboren und aufgewachsen, ist von Beruf Landschaftsgärtner und Architekt und war bis 2011 Leiter des Werkstoffarchivs Sitterwerk in St. Gallen. Seit 2011 ist er Kurator des Zeughauses Teufen mit dem Grubenmann-Museum.

2016: Docomomo Switzerland

Medienmitteilung

Photo: Claudio Merlini

Der BSA würdigt die kulturelle Tätigkeit des Vereins docomomo Switzerland, der durch Forschung, Veranstaltungen und Publikationen, Wissen und Know-how über das moderne Architekturerbe vermittelt, damit es erhalten und weitergenutzt werden kann. Die Qualität der Arbeit, die vom Verein seit seiner Gründung vor 25 Jahren geleistet wird, findet mit diesem Ehrenpreis die Anerkennung durch Berufskollegen und eine Ermutigung für zukünftige Aktionen.
Docomomo Switzerland ist die Schweizer Sektion von Docomomo international (International committee for documentation and conservation of buildings, sites and neighbourhoods of the modern movement).
Docomomo ist eine gemeinnützige Organisation, die 1988 in den Niederlanden gegründet wurde mit dem Ziel, die Ikonen des Mouvement moderne zu erhalten. Seitdem haben sich Strategie und Ziele dieses veritablen Think Tank für das Erbe des 20. Jahrhunderts fortlaufend erweitert. Docomomo zählt heute über 70 nationale Arbeitsgruppen und richtet sich an ein grösseres Erbe, welches auch die Werke der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einschliesst, unabhängig von ihrer programmatischen Ausrichtung

2015: Jürg Stäuble

Medienmitteilung    bz Basel 3. August 2015

Bild: Christian Knörr

Der BSA würdigt mit dem BSA-Preis 2015 das bemerkenswerte künstlerische Schaffen von Jürg Stäuble, dessen Werk sich auf die Wahrnehmung von Raum bezieht und dadurch auch auf viele Architekten eine grosse Inspiration ausübt. Stäubles Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen, Galerien, Museen und Kultureinrichtungen in der Schweiz und im Ausland gezeigt. Ergänzt wird das umfangreiche Werk mit zahlreichen bedeutenden künstlerischen Interventionen am Bau. Diese Arbeiten sind das Resultat einer neuen Form von der Begegnung zwischen Künstler und Architekt. Zusammen gestalten sie den Prozess vom Wettbewerb bis zur Realisierung.
Seit den 1970er Jahren hat sich Jürg Stäuble intensiv mit räumlichen Fragestellungen befasst. Er untersuchte deren geometrischen Ordnungen. Die Arbeiten bewegen sich in einem spannungsvollen Verhältnis zwischen rationaler Konstruktion und irrationaler Erscheinungsweise. Jürg Stäuble arbeitet mit formalen Prinzipien wie der Reihung, Verschiebung, Schichtung und Durchdringung. In früheren Arbeiten hat er beispielsweise Rohrzylinder oder Kegelformen sich gegenseitig durchdringen lassen. In andern Werkgruppen benutzte er die Sechseck- oder Kreisrasterstruktur als Ausgangspunkt. Diese Strukturen liess der Künstler netzwerkartig in die Fläche oder in den Raum wuchern.