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BSA Basel Reise: Kopenhagen

„Life, space, buildings – in that order.“ Mit diesem Satz beschreibt der dänische Architekt Jan Gehl den Wandel Kopenhagens. Heute gilt die Stadt als Vorbild für Lebensqualität und menschenorientierte Stadtplanung. In den 1960er- und 1970er-Jahren verfolgte Kopenhagen zunächst eine autogerechte Stadtplanung. Der Fingerplan von 1948 sollte die Stadt entlang grosser Verkehrsachsen entwickeln, wurde jedoch nie vollständig umgesetzt. Später schlug Kopenhagen einen anderen Weg ein. 1962 wurde die Hauptstrasse Strøget trotz grosser Skepsis zur Fussgängerzone umgebaut. Bereits im ersten Jahr stieg die Zahl der Fussgänger um 35 %. Bis 2005 hatte sich der Raum für Fussgänger und Stadtleben versiebenfacht. Gehl prägte damit eine Planung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Öffentliche Räume spielen dabei eine zentrale Rolle. Neben Parks und Plätzen verfügt Kopenhagen über ein dichtes Netz an Velowegen. Mehr als 40 % der Einwohner nutzen täglich das Velo. Fussgänger und Velofahrer sorgen nach Jane Jacobs als „Augen der Strasse“ für mehr Leben und Sicherheit. Auch die Uferpromenade zeigt diesen Wandel. Durch die Reinigung des Hafenwassers entstanden neue Freizeitmöglichkeiten. Projekte wie Copenhagen Harbour Bath und Kalvebod Waves verbinden Architektur, Bewegung und öffentliches Leben. Plätze wie Israels Plads wurden von Parkflächen zu lebendigen Aufenthaltsorten umgestaltet, während Autos unter die Erde verlegt wurden. Superkilen wiederum macht mit Objekten und Elementen aus verschiedenen Kulturen die Vielfalt seines Stadtteils sichtbar und fördert soziale Integration. Auch Infrastruktur wird als öffentlicher Raum genutzt. Park ’n’ Play verbindet ein Parkhaus mit einem Spielplatz auf dem Dach, während CopenHill ein Energie- und Kraftwerk mit Skipiste und Erholungsflächen kombiniert. Seit dem schweren Unwetter von 2011 setzt Kopenhagen zudem verstärkt auf Klimaanpassung. Der „Cloudburst Management Plan“ nutzt Speicher, Tunnel und Retentionsflächen, um Starkregen zu bewältigen. Orte wie Enghaveparken funktionieren im Alltag als Erholungsräume und können bei Extremwetter grosse Wassermengen aufnehmen. Kopenhagen zeigt damit, dass lebenswerte Grossstädte keine riesigen Strassen oder imposanten Skylines benötigen. Öffentliche Räume, nachhaltige Mobilität und Klimaanpassung werden mit einer Planung im menschlichen Massstab verbunden. Dadurch gilt die Stadt heute als Vorbild für nachhaltige und sozial integrierte Stadtentwicklung.