In den Jahren des Baubooms ab den 1950er Jahren ist auch in Graubünden sehr viel gebaut worden, mehrheitlich mit durchschnittlicher Qualität – wie so häufig. Allerdings gibt es auch herausragende Bauwerke aus dieser Zeit, deren Bedeutung weit über die Grenzen des Kantons hinausreicht. Bemerkenswert ist, dass keines dieser Gebäude formell geschützt ist.
Dies ist umso kritischer, da der Druck zur Sanierung und Veränderung stetig zunimmt. Die Kantonsschule Chur (Max Kasper, 1970), das Haus Cleric (ehemals Seminar, Andres Liesch, 1963) und das Konvikt (Otto Glaus & Ruedi Lienhard, 1969) wurden bereits gesamtsaniert. Als nächstes stehen in Chur die Pädagogische Hochschule (ehemals Frauenschule, Robert Obrist, 1983), die Gewerbeschule (Andres Liesch, 1969) und das Naturmuseum (Bruno Giacometti, 1981) an.
In Flims gehen die Häuser und Wohnungen im Quartier Las Caglias (Rudolf Olgiati, 1951 – 74) schon seit einigen Jahren von der Generation der Bauherrschaften in die Hände neuer Eigentümer über. Auch hier stellt sich die Frage, wie ohne formellen Schutz die subtilen architektonischen Qualitäten der Häuser bewahrt werden können.
Vor diesem Hintergrund werden wir einige der Bauten besichtigen. Wir werden dabei begleitet von Christa Vogt und Markus Peter sowie von Leza Dosch und Pablo Horwáth. Vor dem Abendessen werden wir in einem Fachgespräch mit Silke Langenberg, Professorin für Konstruktionserbe und Denkmalpflege an der ETH Zürich, Ulrike Sax, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Denkmalpflege Graubünden und Selina Walder, Architektin versuchen zu ergründen, warum diese Bauten nicht besser formell geschützt sind, was sich ändern müsste, damit sie besser geschützt wären und worin die Vorzüge eines besseren Schutzes liegen würden.
Programm:
(SBB ab Zürich 08.07 Uhr, an Chur 09.22 Uhr)
(SBB ab St. Gallen 07.55 Uhr, an Chur 09.18 Uhr)
09:30 Uhr Treffpunkt Bahnhof Chur
Abfahrt mit Car vom Bahnhofsvorplatz nach Films Waldhaus
10:00 – 12:45 Uhr Café Las Caglias (z.Z. nicht im Betrieb)
Arch.: Rudolf Olgiati, 1972
Inputreferat zur Siedlung und zu einzelnen Häusern Dr. Christa Vogt
Danach Besichtigung der Häuser mit
Prof. em. Markus Peter
Dr. Christa Vogt
Dipl. Arch. Georg Nickisch
Haus Weissenburger, 1957
Haus Ekström, 1957
Haus Lüthi (evtl.), 1959
Haus Domeniconi, 1961
Haus Dr. Guido Olgiati, 1965
13:00 – 14:30 Uhr Mittagspause im Restaurant «Ustria la Cauma»
Arch.: Corinna Menn, 2025
14:30 Uhr Abfahrt nach Chur
15:00 – 15:30 Uhr Kantonsschule Chur, Standort Plessur, Haus Cleric (ehemaliges Seminar)
Arch.: Andres Liesch, 1963
Gesamtsanierung: Pablo Horwáth, 2012
Führung: Pablo Horwáth
15:45 – 16:15 Uhr Heiligkreuzkirche Chur
Arch.: Walter Maria Förderer, 1969
Führung: Dr. Leza Dosch, Kunst- und Architekturhistoriker
16:30 – 17:30 Uhr Pädagogische Hochschule Graubünden (ehemalige Frauenschule)
Arch.: Robert Obrist, 1983
Erweiterung: Pablo Horwáth, 2010
Führung: Dr. Leza Dosch, Kunst- und Architekturhistoriker
17:45 Uhr Eintreffen Restaurant «Va Bene», Chur
18:00 – 19:15 Uhr Fachgespräch und offene Diskussion:
Prof. Dr. Silke Langenberg
Professorin für Konstruktionserbe und Denkmalpflege, ETH Zürich
Lic. phil. Ulrike Sax
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Bauberaterin bei der Denkmalpflege Graubünden
Dipl. Arch. Selina Walder
Nickisch Walder Architekten, Flims
Moderation:
Rainer Weitschies, Architekt BSA
19:30 Uhr Abendessen Restaurant «Va Bene»
10 min Fussweg bis Bahnhof Chur
(SBB ab Chur 22:11 Uhr, an Zürich 23:48 Uhr)
(SBB ab Chur 22:11 Uhr, umst. Sargans 22:35 Uhr, an St. Gallen 23:24 Uhr)
Es können maximal 40 Personen teilnehmen. Es gilt die Reihenfolge der Anmeldungen.
-> VERANSTALTUNG IST AUSGEBUCHT!
>>> Für die Bezahlung (Mittagessen CHF 40, Abendessen CHF 60, Bustransfer CHF 30, Total CHF 130) bitte diesen Link verwenden (gleichzeitig die Quittung).