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«Serie HFN» - Städtebau, was ist das?

«Serie HFN» - Städtebau, was ist das?

Serie HFN - 01

Lieber Patrick, zu Beginn meiner Idee für einen humoristisch kritischen Spaziergang durch Berns Städtebau habe ich beschlossen, den Film über die BSA-Versammlung im alpinen Museum anzuschauen. Ich bin jetzt bei 31 Minuten öhm 26 Sekunden und muss öhm dringend öhm eine Pause öhm einlegen öhm. Ich habe einige Mühe mit der Sprechkultur der Fachleute! Und dann wird da über Städtebau philosophiert mit Begriffen, die nicht genau definiert sind, für die einen ist es so, für die andern anders, mir ist einzig bereits klar geworden, dass Städtebau heutzutage fast unmöglich ist, weil im Gegensatz zu früher, wo die Stadt vor allem auch Schutz gegen einen militärischen Überfall bot und innerhalb von Mauern ohne Rücksicht auf Grünzeug, das man ausserhalb halten und auch holen konnte, stattfand, wo der innere Verkehr durch entsprechende Gassen und Strassen und Treppen ermöglicht wurde, das ist heute wohl nicht mehr so.

Ein Bewohner möchte den Fünfer und das Weggli, Grünzeug wie in der freien Natur, Aussicht und Sonneneinstrahlung wie im Einfamilienhaus am Stadtrand. Alle diese Versuche in Bern, also vor allem im Westen, Brünnengut und Westside sind solche Kompromisse, wo schlicht nichts läuft, das Westside Zentrum ist ein moderner Konsumtempel, wo die einfaltslosen Besucher konsumieren können, seis im Einkauf, im Kino und im Waterworld, überall mit Musik berieselt, entspricht dem heutigen Smartfone-Zeitalter. Ich würde vorschlagen, dass man da noch einen Schlammparcour einbauen würde, wo man mit Anfangs und am Schluss Duschen sich "sauwohl" fühlen kann.

Ich bin mit dir absolut einverstanden, dass man Wohnform suchen, eventuell neu erfinden muss, aber, sie muss als erstes erschwinglich sein, es muss eine Mischform von Gewerbe, Unterhaltung und Wohnen sein....und da merke ich, dass dieses Thema weit komplexer ist, als ursprünglich gedacht. Kleingewerbe und Kleingeschäfte gibt es nicht mehr, überall wird das versucht und endet tragisch. Ich suche im Moment in Bümpliz ein Schneideratelier um mir Hosen kürzen und Hosen im Bund (leider) weiter machen zu lassen. Ich habe einige Adressen im Internet gefunden und angerufen und zum Teil sogar hingefahren...alle bis anhin geschlossen. Ihre Inserate waren hoffnungsvoll, da haben junge Frauen, zum Teil mit Migrationshintergrund etwas versucht, Pleite. Kleine Restaurants...geschlossen. Handwerker...was ist das?

Mich dünkt es zeitweilig, die menschliche Revolution (oder Evolution) müsste vorgängig geschehen, dann kann gesucht werden, wie der neu denkende Mensch wohnen und leben will und kann. Bis dahin gaukeln wir im Chaos umher. Das Viererfeld ist doch wirklich geeignet für Gras für Schafe und Ziegen, ein Teil mit Pflanzblätzen und Gartenhäuschen und einem Schuttiplatz für einen FC Viererfeld. Wohnraum gibt es in Bern genügend, es gibt noch reihenweise nicht vermietete oder verkaufte Wohnungen, bei mir hier in Bümpliz sind auch immer wieder Wohnungen frei.

Ich gehe diese Woche den Kollegen Berchtold im Nydegghöfli fotografieren und sende dir dann eine erste Aussage vom Stadtgründer. Seine und meine Beiträge werden aber ganz sicher auf das Viererfeld mit Geissen und Schafen und glücklichen Menschen hinauslaufen!!

(Im Bild, wo ich wohne: so baute man in den 50iger Jahren in Bümpliz)

* HFN Hans Franz Nägeli der Bärner Fasnacht

(Im Bild, wo ich wohne: so baute man in den 50iger Jahren in Bümpliz)

angeregt von Patrick Thurston